Wohlgemerkt: Schon lange vor den Römern gab es das Phänomen Stadt. Tatsächlich gilt Forschern das Aufkommen urbaner Zentren als allgemeines Kennzeichen von Hochkulturen. Ein prominentes Beispiel ist Uruk im Zweistromland, das bereits ab etwa 3500 v. Chr. eine große Zahl von Menschen beherbergte und monumentale Bauten für Religion und Regierung besaß. Im antiken Griechenland bildete die Stadt, die "polis", den Nährboden für die ersten demokratischen Strukturen: Auf dem zentralen Platz, der "agora", trafen sich die Bürger auch, um politische Entscheidungen zu treffen.
Ein schönes Beispiel römischer Stadtkultur ist die um 100 n. Chr. gegründete Colonia Ulpia Traiana (CUT), sozusagen das römische Xanten. Sie wurde im Mittelalter nicht überbaut – fränkische Siedler ließen sich im 5. Jahrhundert ein Stück weiter südlich nieder, vermutlich weil dort Gräber von Märtyrern lagen. Ein Glücksfall für Archäologen, die an der CUT das Phänomen römischer Urbanität untersuchen können


Patrick Jung promovierte im Fach Vor- und Frühgeschichte
mit dem Schwerpunkt Provinzialrömische Archäologie.
Heute ist er wissenschaftlicher Volontär des LVR-Archäologischen Parks Xanten / LVR-RömerMuseums. Aufgabe
dieser Einrichtung ist die Erforschung der römischen
Großstadt Colonia Ulpia Traiana, der Schutz der archäologischen Zeugnisse und ihre Präsentation für die Öffentlichkeit.
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